Buch-Nr. 14 aus der Kategorie »weitere Studentika«

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Hanns Heinz Ewers war zu seiner Zeit einer der meistgelesen Schriftsteller. Neben Romanen wie Alraune und Das Grauen wurde vor allem sein Drehbuch zu dem Stummfilm Der Student von Prag bekannt.

Hanns Heinz Ewers

Der tote Jude

Der 1871 geborene Autor war bei den Corps Normannia Berlin und Guestphalia Bonn korporiert; im Alter erhielt er noch das Band der Wiener Alemannia. Den Beruf eines Juristen (Dr. jur. 1898) übte er nie aus, hatte aber früh Erfolge als Autor phantastischer Geschichten. Der erste Weltkrieg überraschte ihn in Südamerika; er setzte sich für galizische Juden und die Mittelmächte ein, bis er schließlich in den USA als Spion inhaftiert wurde. Nach kurzer Sympathie mit den Nationalsozialisten, für die er das Drehbuch zu dem Propagandafilm über (seinen Bundesbruder) Horst Wessel schrieb, kam es zum Zerwürfnis; seine Bücher wurden verboten.
Heute ist der Kabarettist, Bestseller-Autor, Schauspieler, Publizist, Filmpionier und Schöpfer des ersten deutschen Musicals, der Propagandist von Nacktkultur, Homosexualität und Faschismus, der Amateur-Geheimdienstler, Rassist und Philosemit weitgehend vergessen.
Sein Drehbuch zum Student von Prag, hier in der Novellenfassung von Leonhard Langheinrich-Anthos, schildert die Geschichte eine Studenten, der seinen Schatten verkauft, und sein tragisches Ende.
Die zweite Novelle, in der Autobiographisches und Phantastisches zusammenkommen, behandelt ein tödlich verlaufenes Pistolenduell zwischen einem Corpsstudenten und einem armen jüdischen „Finken“, der bei Ewers Corps Normannia Waffenschutz belegt hatte.