Buch-Nr. 253 aus der Kategorie »Studentische Erinnerungen«

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Vergangene Farbenwelten - Erinnerungen jüdischer Korporierter - Band II

Jüdische Korporierte gab es seit der Entstehung der Korporationen in ihrer heutigen Form, also etwa seit Beginn des 19. Jahrhunderts, in Corps, Burschenschaften und anderen Verbindungen – von den sich ausdrücklich als "christlich" verstehenden Bünden einmal abgesehen. Dieser Zustand hielt bis in die 1880er Jahre an, als immer mehr "normale" Korporationen dazu übergingen, keine jüdischen Studenten mehr aufzunehmen und damit, von Ausnahmen abgesehen, zwar nicht unbedingt antisemitisch, aber doch a-semitisch zu werden.

Kurt U. Bertrams

Vergangene Farbenwelten - Erinnerungen jüdischer Korporierter - Band II

Etwa zeitgleich, aber ohne Kausalzusammenhang mit dem nun nicht mehr religiös motiviertem A- bzw. Anti-Semitismus entstanden in Österreich jüdische Verbindungen – sie entstanden nicht, weil ihre Mitglieder in keine "deutsche" Verbindung durften, sondern weil sie, die sich als Angehörige eines eigenen Volkes, einer eigenen Rasse fühlten, nicht hinein wollten.
Anders war es im Deutschen Reich. Hier erfolgten die Gründungen als Reaktion auf die Praxis der übrigen Korporationen – entweder ganz bewußt und betont als exklusiv jüdisch ("Trotzjudentum"), wie es verbandsmäßig der Kartell-Convent der Verbindungen deutscher Studenten jüdischen Glaubens (KC) darstellte, oder "paritätisch" d. h. jegliche religiösen oder abstammungsmäßigen Unterschiede ignorierend, wie es die Vereine im Bund Freier Wissenschaftlicher Vereinigungen (BFWV) oder die Verbindungen im Burschenbunds-Convent (BC) taten. Entsprechend hätten sie bei einer Änderung der Aufnahmepraxis der christlichen bzw. arischen Studentenverbindungen ihre Daseinsberechtigung verloren. Bei den nationaljüdischen Verbindungen im Bund jüdischer Corporationen (BJC) und im Kartell Zionistischer Verbindungen (KZV), beide 1914 fusioniert zum Kartell Jüdischer Verbindungen (KJV), war es – wie in Österreich – der Gedanke, daß die Juden ein eigenes Volk und somit keine Deutschen seien, sie demzufolge in deutschen Verbindungen auch nichts zu suchen hätten, der zu ihrer Gründung führte. Bei den Vereinigungen Jüdischer Akademiker stand der Wunsch, gemeinsam in der damals üblichen Form einer Studentenverbindung gesetzestreues Judentum zu leben, im Vordergrund.
Die Zeitspanne erstreckt sich vom letzten Viertel des 19. Jahrhunderts, als sowohl prononciert jüdische wie auch theoretisch "paritätische", faktisch aber ebenfalls jüdische Verbindungen aufkamen, bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges mit einer bewegenden Schilderung aus dem Ghetto Theresienstadt, wo sich zahlreiche jüdische Korporierte zusammenfanden.