Buch-Nr. 12 aus der Kategorie »Sachbücher und Nachschlagewerke«

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Von 1896 bis 1933 bestand dieser Verband jüdischer Korporationen auf deutsch-vaterländischer Grundlage.
Kurt U. Bertrams
Der Kartell-Convent und seine Verbindungen
Das Buch schildert den fast 50 Jahre währenden, schließlich verlorenen Kampf deutscher Studenten jüdischer Religion um ihre Gleichberechtigung, um die Durchsetzung ihrer verbrieften Rechte, um ihre Anerkennung als Deutsche.
Es beschreibt die Gründung farbentragender Studentenverbindungen, die feierten und fochten und sich in Nichts von ihren nichtjüdischen Kommilitonen unterschieden. Wie diese sangen und wünschten sie Deutschland über alles und standen treu zu Kaiser und Reich.
Genützt hat es nicht. Auch nicht das immense Opfer an Blut und Gut, das der Kartell-Convent der Verbindungen deutscher Studenten jüdischen Glaubens, der KC, im Ersten Weltkrieg brachte.
Anlaß seiner Gründung war die um 1880 einsetzende Ausgrenzung jüdischer Kommilitonen aus den bestehenden Studentenverbindungen. Für die Antisemiten bildeten die Juden eine eigene, von den Deutschen grundsätzlich verschiedene Rasse, zudem noch minderwertig. Eine Gemeinsamkeit war deshalb weder möglich noch erwünscht; Juden hatten in deutschen Korporationen nichts verloren.
Diese Ansicht wurde geteilt von den Nationaljuden, natürlich mit Ausnahme der qualitativen Unterlegenheit, die man umgekehrt dem „Arier“ unterstellte. Auch bei ihnen herrschte Einigkeit, unter sich bleiben zu müssen und zu wollen. Zu diesem Zweck und zur Verbreitung der Ideologie wurden eigene, zionistische Verbindungen gegründet. Langfristiges Ziel war die Auswanderung nach „Erez Israel“.
So kämpfte der Kartell-Convent an zwei Fronten, gegen den Antisemitismus und gegen den jüdischen Nationalismus – beide einig in ihrem Fernziel: Juden raus aus Deutschland! Seine Überzeugung machte ihn zum Gegner „gleichermaßen von dem Hakenkreuz und von dem Palästinatraum der Zionisten.“ Sein jahrzehntelanger Kampf als die Speerspitze des patriotischen Judentums um die Anerkennung als Deutsche war vergeblich; die „unlösbare Zugehörigkeit zum deutschen Volk“, in Schrift und Wort immer beschworen und im Weltkrieg bewiesen, wurde gewaltsam zerrissen; sein Einsatzwille war eine der vielen Vergeblichkeiten in der deutschen Geschichte.

"Wer sich mit der deutschen, insbesondere jüdischen Korporationsgeschichte befaßt, kommt an diesem gründlich recherchierten und gut lesbarem Standardwerk nicht vorbei." - Burschenschaftliche Blätter"Abschließend sei noch erwähnt, daß am Schluß hochinteressante Dokumente abgedruckt sind. ... Ein horizonterweiterndes Buch!" - Die Aula 11/2008