Buch-Nr. 15 aus der Kategorie »Mensur und Duell«

Weitere Bücher aus
der Kategorie:

Anleitung zum Hiebfechten

Anleitung zum Stoßfechten

Anweisung zum Hiebfechten

Das akademische Duellwesen

Das Säbelfechten mit dem leichten Säbel

Der Waffengebrauch des Officiers

Der Zweikampf

Der Zweikampf auf den Hochschulen

Der Zweikampf ehedem und heute

Deutsche Hiebfechtschule

Deutsche Säbelfechtschule

Deutsche Stoßfechtschule

Deutsches Paukbuch

Die Chirurgie des Mensurbodens

Die Fechtkunst mit dem Haurapier

Die Regeln des Duells

Die Säbelfechtkunst

Die Säbelmensur

Dissertationen zur Mensur - Band I

Dissertationen zur Mensur - Band II

Dissertationen zur Mensur - Band IV

Dissertationen zur Mensur - Band V

Dissertationen zur Mensur - Band VI

Dissertationen zur Mensur - Band VII

Duell-Codex

Duellregeln

Ehren-Kodex

Fechten mit dem leichten Säbel

Hat ein Schmiss gesessen

Neue Schule des kommentmäßigen akademischen Schlägerfechtens

Ritterlicher Ehrenschutz

Säbel, Degen und Pistole

Schiessen, Knallen, Knipsen

Schmisse, Lappen, Knochensplitter

Über Duell und Ehre

Versuch einer theoretischen Anweisung zur Fechtkunst im Hiebe

Vollständige Anleitung zum Stoßfechten

Vom Paukanten zum Patienten

Von den in Deutschland gewöhnlichen Gebräuchen bei Duellen

Zweikampfregeln für den Offizier

Wie verhält sich der Offizier bei „Insulten“ eines Nicht-Satisfaktionsfähigen? Die Beantwortung dieser und ähnlicher Fragen veranlasste den Hauptmann im k.u.k. Infanterie-Regiment Nr. 64 zu diesem Buch.
Ludwig Berger
Der Waffengebrauch des Officiers
Die Ehrennotwehr war das schwierigste und gefährlichste Privileg eines Offiziers und nie ganz unumstritten. Auch die Verfasser militärischer Regelbücher mahnten zur Vorsicht. Situationen, die zur Ehrennotwehr führten konnten, waren möglichst zu vermeiden. Offiziere sollten gar keine öffentlichen Lokale wie etwa Kaffeehäuser, in denen feindliche, d. h. gegenüber der Armee negativ gesinnte Zivilisten verkehrten, frequentieren. Gab es keine andere Wahl (wo sonst konnte der Offizier essen gehen außer zu Hause oder in der Kaserne?), dann riet man ihm, beim ersten Verdacht einer Provokation das Lokal zu verlassen. Wurde er aber einmal von einem Nichtsatisfaktionsfähigen beleidigt, so gab es kein Entrinnen vor der Ehrennotwehr. Dass eine solche meistens zu einem öffentlichen Aufschrei der Entrüstung und zu einem Strafgerichtsverfahren führte, spielt keine Rolle. „Schneidiges“, d. h. forsches und unzimperliches Auftreten in allen Lagen war für den Offizier oberstes Gebot, um sich vom „gewöhnlichen Volk“ abzugrenzen.
Auch in Deutschland wurde bis zum 1. Weltkrieg erwartet, dass ein Offizier in Uniform einen Nichtsatisfaktionsfähigen, der ihn beleidigt hatte oder ihm sonst zu nahe gekommen war, mit der Waffe züchtigte. Dass er dabei eine Bestrafung riskierte gehörte sozusagen zum Berufsrisiko. Griff er nicht zum Säbel, so waren ihm ein ehrengerichtliches Verfahren und der Verlust des Offiziersgrades so gut wie sicher. Allerdings gab es dort außer den gewöhnlichen Bestimmungen über die Notwehr keine den Offizier privilegierende besondere Gesetzesregel der Ehrennotwehr wie den § 114 lit. d MStG in Österreich. Obwohl dem deutschen Offizier also die strafrechtliche Verurteilung drohte, war die Ehrennotwehr dennoch fester und gesellschaftlich sanktionierter Bestandteil im Denken des reichsdeutschen Offizierskorps.
Faksimile der 1901 in Wien erschienenen 1. Auflage. Mit einem umfangreichen Nachwort von Peter Hauser.