Buch-Nr. 89 aus der Kategorie »Deutsche Corps«

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Vom Corpsstudenten zum Sozialisten

Vom Deutschen Corpsstudenten

Der Autor Karl Hörder – Credé ist der Mädchenname seiner Mutter, den er nach dem Zerwürfnis mit seinem Vater (und Corpsbruder) Leopold Hörder annahm – war bei den Corps Guestphalia Leipzig und Guestphalia Berlin aktiv.
Carl Credé
Vom Corpsstudenten zum Sozialisten
Der Roman eines Arztes
Er wurde Arzt und wandte sich durch den Schrecken des Ersten Weltkrieges dem Sozialismus zu. Er war Mitglied des „Vereins sozialistischer Ärzte“ und engagierter Kämpfer für die Abtreibung. Auf seine Bücher „Frauen in Not“ (1927) und „Volk in Not“ (1928, mit Zeichnungen von Käthe Kollwitz) folgte 1929 das sozialkritische Theaterstück „§ 218“, das von Erwin Piscator, einem der berühmtesten Regisseure der Weimarer Republik, über 300 mal in Deutschland inszeniert wurde. 1930 kamen die Dramen „Justizkrise“ und 1932 „Ärzte im Kampf“ hinzu. Auf eigenen Erfahrungen aufbauend veröffentlichte er 1928 „Das ABC des Angeklagten“ (zusammen mit Adolf Gluecksmann). 1933 erging für das Stück „§ 218“, das auch in Österreich, der Schweiz, in Norwegen, Dänemark und England auf die Bühne kam, eine Aufführungsverbot; auch seine Bücher wurden verboten. 1934 wurde Credé die Kassenzulassung aberkannt. Während des Krieges wegen „wehrkraftzersetzender“ Äußerungen zweimal von der Gestapo verhaftet, tauchte er bis zum Kriegsende in Hamburg unter. Das vorlegende Buch erschien zuerst 1928. Wieweit sich autobiographische Realität und Fiktion mischen, ist schwer nachvollziehen. Untersuchungen anhand der Kösener Corpsliste und weiterer Quellen lassen aber den Schluß zu, daß Credé sein Lebensschicksal ziemlich wahrheitsgetreu schildert.